Jahresbericht 2012

Exkursionen

Im Februar lud der ZVS zu einem Rundgang im Spitalwald ein mit dem Thema «Der Specht im Eichenwald». Beat Hildebrandt wusste die Teilnehmenden, die aus dem ganzen Kanton angereist kamen, mit seinen lebhaften Schilderungen zu fesseln. Besonders das Reservat mit Eichen in allen Alters- und Zersetzungsstufen ist ein idealer Lebensraum für Spechte, unter anderem auch für den selten gewordenen Mittelspecht, der hier erfolgreich brütet. Die Gruppe war mit 80 Besuchern zu gross, um Vögel zu beobachten. Deren Rufe begleiteten uns aber durch den winterlichen Wald.

Frühlingshaft waren die Temperaturen bei der Exkursion von Pfäffikon nach Rapperswil über den Hurdensteg. K. Jäggi von der Stiftung Frauenwinkel erzählte uns vom unermüdlichen Einsatz der Pioniere zur Unterschutzstellung und zum Erhalt des bedeutenden Nassstandortes am oberen Zürichsee. Unzählige Wasser- und Rietvögel konnten wir beobachten. Auch einige Paare des Grossen Brachvogels liessen sich in den noch braunen Rietwiesen ausmachen. Den Höhepunkt des Nachmittags lieferte aber ein Kibitzmännchen, das einen kreisenden Schwarzmilan erfolgreich angriff und verjagte.

Ende April führten David Galeuchet und Markus Berset durchs Soli- und Bergliquartier zur Vogelbeobachtung. Der Morgen war dazu angetan, die eigenen Kenntnisse über unsere Vögel im Siedlungsgebiet aufzufrischen und zu erweitern und das Vogelkonzert zu geniessen.

nussbaumen-exkursionglockenblumen
«Sag mir, wo die Blumen sind». Die vierte Exkursion Ende Mai galt den artenreichen Wiesen bei Nussbaumen. David Galeuchet führte spannend durch die vielfältige Welt der Pflanzen. Blumen und Gräser standen in der Blüte und es war eine Freude, mit dem versierten Fachmann zu botanisieren und die Arten zu bestimmen.


Vorträge

Dass auch Gärten vielseitige Lebensräume für Insekten und Kleintiere sein können, zeigte uns Celine Baumgartner von der ZHAW anlässlich ihres Vortrages im Februar. Sie gab viele Anregungen, wie Gärten und Balkone mit einheimischen Pflanzen und Strukturelementen zum Lebensraum für viele Arten gestaltet werden können.

NVB Gartenvortrag A5Schwarzspecht -Marcel-Ruppenfledermaus
Im Rückblick auf den Vogel des Jahres 2011, den Schwarz­specht, entschied der Vorstand, den Kurzvortrag an der GV im März den Spechten zu widmen. «Warum bekommt der Specht beim Hämmern kein Kopfweh?» Diese und viele anderen Knacknüsse löste David Marques von Orniplan.

«Fledermäuse – die heimlichen Königinnen der Nacht» war das Thema von Frau Karin Safi, Fledermausschutzbeauftragte des Kantons Zürich, am Novembervortrag. Ihre Faszination für die flugfähigen Säugetiere sprang auf die Zuhörenden über. Mit grossem Engagement erzählte sie aus dem Leben der nachtaktiven Tiere, unterstützt mit Ton und Bild. Sie appellierte an unsere Verantwortung, die einst weit verbreiteten Tiere zu unterstützen. Von den 30 einheimischen Arten kommt einzig die Zwergfledermaus noch häufig vor. Alle anderen Arten sind akut gefährdet und zwei sind bereits ausgestorben.

Arbeitseinsätze

An unseren Arbeitseinsätzen nahmen insgesamt über 30 motivierte Mitglieder teil. Ende Juni wurde das Biotop Langgraben von Disteln, Goldruten und dem Kanadischen Berufskraut gesäubert. Die langjährigen Helfer waren sich einig, dass die alljährlichen Arbeitseinsätze Erfolge zeigen. Der Wuchs der Goldruten hat deutlich abgenommen. Das bedeutet für uns, weiter dran zu bleiben.

Am letzten Samstag im September wird traditions­gemäss die vom Forst gemähte Streu im Bösmösli aufgerecht und zum Abtransport durch den Forst an der Waldstrasse zu Haufen geschichtet. Auch an diesem ver­regneten Herbsttag war eine Gruppe an der Arbeit. Anschliessend wurde im Garten von David Galeuchet unter dem schützenden Dach die Wurst genossen.

Jugendförderung

Die Jugend kann heute aus einer Vielzahl an Freizeitangeboten wählen. Es wird daher immer schwieriger, sie für naturkundliche Themen zu motivieren. Die erste Exkursion von David Galeuchet an die Glatt-Altläufe wurde nur von zwei Schülern befolgt. Der zweite Anlass in Nussbaumen über Tiere und Pflanzen musste mangels Anmeldungen abgesagt werden. Ein Lichtblick: an unsere Exkursionen begleiten auch Kinder ihre ­Eltern.

Nistkasten-Betreuung

Das Reinigen der Kästen ist aus sanitarischen Gründen eine wichtige Aufgabe. Zusätzlich werden mit neuen Nisthilfen Arten gefördert. Diesen Sommer galt die Unterstützung vor allem den Mauerseglern. An der Kernstrasse werden zwei alte Mehrfamilienhäuser, unter deren Dächern eine grössere Kolonie Unterschlupf fand, abgerissen. Als Ersatz konnten im Frohburg und am Schulhaus Hohfuri neue Kästen montiert werden. Auch in Tössriedern hängten Ruth Höner und Markus Berst weitere Kästen auf.

wiedehopf1 Foto: Manuela Rofflerwiedehopf2 Foto: Manuela Roffler
Glanzlichter

«Mami, was ist das für ein komischer Vogel?» Es war ein Wiedehopf, den die siebenjährige Melina Roffler beobachtete, wie er den Rasen auf Suche nach Engerlingen umpflügte. An drei Tage war der Durchzügler ein vielbeachteter Vogel.

Im Kasernenquartier zog eine Waldohreule ihre Jungen auf. Die Bettelrufe der Jungen waren in den Nächten gut zu hören.

Melden auch Sie Ihre Beobachtungen dem Vorstand und der Vogelwarte Sempach.

Werbeflyer

Um sich im regionalen Vereinsleben besser positionieren zu können, wurde ein Flyer erarbeitet. Der Vorstand hofft, damit auch dem Mitgliederschwund entgegenwirken zu können. Für das Layout war Thomas Kissling verantwortlich. > PDF

Pflegekonzepte

Um die Qualitätssicherung unserer Biotope sicherzustellen, erarbeitete die Forstabteilung Pflegekonzepte. Wer die Pflegearbeiten tatkräftig unterstützen möchte, meldet sich bei Beat Hildebrandt. Er stellt auch das geeignete Werkzeug zur Verfügung.

Vorstand

Der Vorstand traf sich zu fünf Sitzungen. Er organisierte neun Anlässe, an denen insgesamt 340 Personen teilnahmen. Zudem nahm er Stellung gegen die vom Kanton geplante Jagdschiessanlage im Widstud.

Dank

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich im vergangenen Jahr für einen nachhaltigen Naturschutz engagiert haben. Ein besonderer Dank gilt der Stadt Bülach für die professionelle Pflege der Biotope und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit.

Hanni Guyer, Präsidentin