Jahresbericht 2013

Wir blicken auf ein ereignisreiches Jahr zurück. Zum ersten Mal haben wir am Handfest teilgenommen und durften mit Freude erfahren, dass die Natur rund um Bülach auf reges Interesse gestossen ist. Mit der Teilnahme an der Mehlschwalbenzählung der Vogelwarte Sempach haben wir auch neue Erkenntnisse über diese Vögel gewonnen.

Exkursionen

Unsere Wintervogelexkursion im Januar führte uns an den Flachsee, der aufgestauten Reuss im Kanton Aargau. Unzählige Wasservögel überwintern jährlich in diesem Gebiet und lassen sich gut beobachten. Darunter ist auch die kleine Krickente mit dem breiten grünen Augenstreif, ein Wintergast und Durchzügler sowie die unauffällig braungraue Schnatterente, die nur noch mit wenigen Brutpaaren auch im Sommer bei uns vertreten ist.

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Das Neeracher Ried ist jederzeit eine Exkursion wert. Ein stimmungsvoller Sonntagmorgen im April entschädigte die Frühaufsteher. So konnte ein Wendehals gesichtet werden und aus den Beobachtungshütten liessen sich viele Wasservögel ungestört beobachten. Lachmöven stritten um den besten Platz und zerrissen die Stille mit ihrem Geschrei. Im flachen Wasser konnte nach niedrigen Wassertieren gefischt werden für die anschliessende Artenbestimmung. Nach einer kurzen Einführung in die faszinierende Welt der Vogelfedern, liessen sich diese von den Teilnehmern bestimmen. Armschwingen und Steuerfedern waren nach der Exkursion keine Fremdwörter mehr.

Ende Mai führte uns David Galeuchet an die Altläufe der Glatt bei Rümlang/Oberglatt. Das frühmorgendliche Vogelkonzert war eher bescheiden an diesem feuchtkalten Sonntagmorgen. Jedenfalls war der heisse Kaffee willkommen. Nur die Enten auf dem Teich beim Flughafenzaun ruderten unbeeindruckt durch das Schilf. Entschädigt wurden wir dann aber von einem Mittelspecht, der auf einem Tannenwipfel sein Gefieder putzte und mit lauten Rufen auf sich aufmerksam machte. Über dem Wasser der Glatt jagten Mehlschwalben und Mauersegler nach Insekten. Also waren die Vermissten doch in unsere Region zurückgekehrt.

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Im Juni empfing uns der Imker Hansueli Hofmann bei seinem Bienenstand an der Trottenhalde. Rund ums Haus hatte er bereits viel Wissenswertes über die Honigbiene aufgehängt. Lebhaft schilderte er vom Leben und der Bedeutung dieses interessanten Insektes, das für uns und die Natur von grosser Bedeutung ist. Wer es wagte, schaute mit dem Gastgeber in ein Bienenvolk. (Niemand wurde gestochen). HU Hofmann ging auf alle Fragen ein, die uns bewegten. Zum Abschluss durften wir frisch geernteten Honig und den feinen Zopf versuchen.

Der internationale Zugvogeltag vom 6.Oktober fiel in unserer Region buchstäblich ins Wasser. Trotzdem fanden sich einige Unentwegte auf dem Kalten Wangen bei Bergöschingen ein zur Zugvogelbeobachtung. Auch Fachleute waren vor Ort und informierten. Leider blieb es vor allem bei der Theorie.

Vorträge

Im Februar stellten uns Walter Ettmüller, Beat Hildebrandt und André Matjaz das ­Bülacher Vernetzungsprojekt vor. Das Ziel des Landschaftskonzeptes ist eine Verbindung von Ökoflächen untereinander, um den Lebensraum von Flora und Fauna zu vergrössern und den Genaustausch zu fördern. Die Bülacher Landwirte setzen auf freiwilliger Basis die vorgeschlagenen Massnahmen um. Das Projekt befindet sich in der zweiten sechsjährigen Zeitperiode, die sich vor allem auf die ökologische Verbesserung konzentriert. Eine Aufwertung der angemeldeten Flächen ist sichtbar. Wer mit offenen Augen unterwegs ist, kann die Veränderungen feststellen. Allen Landwirten einen herzlichen Dank für ihre Anstrengungen für eine artenreiche Landschaft.

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Die Ausstellung im Neeracher Ried widmete sich in den Jahren 11/12 den Libellen. Wir griffen das Thema an der GV auf und liessen uns vom Zürcher Spezialisten Walter Leuthold informieren. In der Schweiz sind so viele Arten der farbenprächtigen Flugkünstler heimisch, dass sich der Referent auf die häufigsten Arten beschränken musste. Er untermalte seine Ausführungen mit wunderschönen Fotos.

Tiere und Pflanzen müssen den Winter ohne geheizte Räume und Hightech-Winterausrüstung überstehen. Was sind die kritischen Faktoren? Welche Strategien haben Tiere und Pflanzen entwickelt? Der Biologe und Naturfotograf Andreas Jaun informierte im Novembervortrag zu diesem Themenbereich. Zu seinen Ausführungen zeigte er attraktive Bilder.

Arbeitseinsätze

Der Pflegeeinsatz im Langgraben mit dem Ausreissen der invasiven Neophyten Goldruten, Disteln und Berufskraut ist fester Bestandteil unseres Jahresprogrammes. Die für das Biotop sinnvolle Aktion fand anfangs Juli statt.

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Ebenfalls Tradition hat der «Bösmösliheuet». Als Folge der vielen Niederschläge im ersten Halbjahr fiel besonders viel Schnittgut an. Die Helfer packten tüchtig zu. Belohnt wurden sie mit einem feinen Apéro. Beim anschliessenden Bräteln und interessanten Diskussionen stärkten sich alle mit Würsten vom Grill.

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Das Bülacher Handfest mit dem Umwelttag ist jedes Jahr attraktiv und einen Besuch wert. Diesmal durfte sich der NV Bülach mit einem Stand präsentieren. Faltwände über unsere heimischen Fledermäuse stellten die nachtaktiven «Königinnen der Nacht» vor. Unter Anleitung konnten aus farbigem Papier Fledermäuse gebastelt werden, was von den Kindern rege benutzt wurde. Ein morscher Baumstamm zeigte auf, welche Gross- und Kleinlebewesen von Altholz abhängig sind. Unsere Naturschutzgebiete, auf einer Pinnwand vorgestellt, lösten manches Aha aus. Der grosse Arbeitsaufwand für Stand und Standbetreuung lohnte sich auch für den Verein. Es konnten zahlreiche Neumitglieder gewonnen werden.

Vogelschutz

Ornithologisch gesehen blicken wir auf ein schwieriges Jahr 2013 zurück. Der lange Winter und der kaum vorhandene Frühling haben vor allem unseren Langstreckenziehern zugesetzt. So haben sie bei Ihrer Rückkehr alles andere als ideale Brutbedingungen vorgefunden. Aber auch für die Eulen war es kein erfolgreiches Jahr. Der Waldkauz hat erst sehr spät genistet und Bruten der Schleier- und der Waldohreule waren selten.

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Mit grossem Interesse konnten wir ein Brutpaar des seltenen Flussregenpfeifers bei seinem Brutgeschäft auf dem ehemaligen Glashüttenareal beobachten. Leider wurden Nest und Eier durch Zeltaufbauten für die GV der Besitzerin, der Wohnbaugesellschaft Logis Swiss AG, zerstört. Zwar machten die Vögel einen weiteren Versuch, konnten die Brut aber aus zeitlichen Gründen nicht mehr zu Ende führen. Wir hoffen, dass sich die Vögel nicht vergrämen liessen und im kommenden Frühsommer zu ihrem alten Nistplatz zurückkehren werden.

Leider werden immer wieder Standorte seltener Arten durch Nichtwissen oder auch mit Absicht zerstört. Melden Sie uns Ihre Beobachtungen, damit wir rechtzeitig die nötigen Schritte zu deren Schutz einleiten können.

Zur Förderung der Spechte werden bei Pflegeeingriffen Bäume mit Spechthöhlen nach Möglichkeit stehen gelassen. Damit diese von den Holzerequipen wahrgenommen werden, werden sie auf drei Seiten mit einem grünen «S» gekennzeichnet. Während der Neujahrstage war eine Gruppe mit Feldstechern und Spraydosen in den Holzschlägen unterwegs zum Markieren.

Die Vogelwarte Sempach veranlasste, dass 2013 in der ganzen Schweiz Mehlschwalben inventarisiert wurden. Auch der NV Bülach hat an der Zählung teilgenommen. Die grösste Kolonie mit 38 besetzten Nestern befindet sich auf dem Chlingenhof, wo sie von der Familie Nötzli seit Jahren gepflegt wird. Vielen Dank! Eine kleine Kolonie brütet in der Herrenwis.

Gratulation

Unser Vorstandsmitglied Christine Nagel, sowie Ruth und Martin Höner aus Tössriedern haben den Lehrgang Feldornithologie und den Kursleiter erfolgreich abgeschlossen. Herzliche Gratulation!

Homepage

Wann waren Sie zuletzt auf unserer Homepage? Thomas Kissling hat diese neu gestaltet. Sie kommt frisch daher, enthält Wissenswertes über den Verein, sowie wichtige Links und sie ist top aktuell.

Dank

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich im vergangenen Jahr für einen nachhaltigen Naturschutz engagiert haben. Ein besonderer Dank gilt der Stadt Bülach für die professionelle Pflege der Biotope und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit. Herzlichen Dank auch für die vielen unentgeltlichen Leistungen zu Gunsten des NV Bülach und für die Allgemeinheit.

 

Hanni Guyer, Präsidentin