Jahresbericht 2014

Exkursionen

An der Winterexkursion führten uns Christine Nagel und Markus Berset dem Ermatinger Becken entlang bis Gottlieben. Wir konnten eine Vielzahl an Wasservögeln beobachten. Das Schlussbouquet bildete der Eisvogel, der nur wenige Meter vor uns in einem Tümpel nach Fischen tauchte und vom 11-jährigen Leon entdeckt wurde. Danke, Leon.

Im Winter auf Schmetterlingsfang? Tatsächlich gaukelte anfangs März bereits ein Zitronenfalter durchs Niederholz bei der Wagenbreche. Ziel waren aber die Eier, Raupen und Puppen der Schmetterlinge, die am Gehölze überwintern. Thomas Kissling erzählte aus seinem grossen Wissen über das Leben dieser Insekten. Monique Peters zeigte uns, wie wir Bäume und Sträucher ohne Laub anhand von Knospen und Ästen bestimmen können.

Exkursion Wagenbrechi 2-exkursion irchel
Wer singt am Morgen auf dem Baum vor dem Haus?
Welcher Vogel hat sein Nest in die Hecke gebaut? In der Morgenfrühe eines Maisonntags streiften wir mit Ruth und Martin Höner durch Bülach, prüften unser Wissen und erfuhren viel Neues. Zum Abschluss wurden wir von Christine Nagel und Urs Dieterle in ihren lauschigen Garten zu einer Erfrischung eingeladen. Vielen Dank.

Der Irchel ist reich an Orchideen. Werner Huwiler kennt die Ansprüche dieser attraktiven Pflanzengattung und weiss, wo sie zu finden sind. Das Exkursionsdatum Ende Mai war gut gewählt. Wir fanden viele blühende Exemplare, davon alle drei Waldvögelein und die Königin der Orchideen, den Frauenschuh.

Auch in diesem Herbst besuchten einige Interessierte den internationalen Vogelzug EuroBirdwatch am Kalten Wangen D. 
 

Vorträge

Was die Varroamilbe und das rätselhafte Bienensterben nicht fertig brachten, erreichte Markus Imhoof mit seinem eindrücklichen Film «More than Honey»: die Bienen sind im Gespräch. Auch wir wollten mehr wissen über das Leben der Honigbiene. Durch viele Fotos unterstützt erzählte Hans Ulrich Thomas aus dem Leben der Honigbiene. Besonders eindrücklich war der Filmausschnitt über den Schwänzeltanz, eines der Kommunikationsmittel der faszinierenden Insekten.

Honigbiene-eisvogel peterkern
An der GV referierte der Mehlschwalbenspezialist Kurt Mohler aus dem Baselbiet. Dank seiner Erfolge bei der Bereitstellung von Kunstnestern und der Entwicklung von Schwalbenhäusern wurden wir auf ihn aufmerksam. Vorgängig waren wir mit ihm unterwegs, um einen geeigneten Platz für ein Schwalbenhaus zu suchen. Mit dem Budget genehmigte die Versammlung das Projekt Mehlschwalben, das wir zum Anlass des Jubiläums «90Jahre NVB» aufstellen wollten.

Seit 12 Jahren dreht Peter Kern mit grosser Leidenschaft Naturfilme. Wir begleiteten ihn auf seinen Reisen durch die Schweiz, die Camarque, Südfrankreich und an den Neusiedlersee. Er zeigte uns wunderschöne Aufnahmen verschiedener Tiere, insbesondere von Greifvögeln, Eulen und Vögeln. Unvergesslich bleiben die stimmungsvollen Bilder der Geburt einer Eintagsfliege am frühen Morgen über dem Wasser.

Arbeitseinsätze

Haben Sie in unseren Wäldern schon Bäume gesehen, die mit einem grünen S markiert sind? Dabei handelt es sich um Höhlenbäume, die von Mitgliedern des NVB gekennzeichnet wurden. Rund um den Jahreswechsel waren wir wiederum unterwegs, bewaffnet mit Karte, Drahtbürste und Spray. Diejenigen Waldteile werden abgesucht, in welchen im Winter Holzschläge geplant sind. Diese für die Artenvielfalt wertvollen Bäume werden beim Holzschlag stehen gelassen.

Beim Pflegeeinsatz im Naturschutzgebiet im Langgraben im Juni lag der Schwerpunkt im Ausreissen der invasiven Pflanzen Disteln, Goldruten und einjähriges Berufskraut. Letzteres hat sich in den vergangenen Jahren stark verbreitet und ist schwierig zu bekämpfen.

Boesmoesli 27Sep2014Boesmoesli 27Sep2014 2
Seit mehr als 50 Jahren leistet der Verein einen Beitrag zur Biotoppflege im Bösmösli. Im vom Forstbetrieb gemähten Hangried wird das ­Schnittgut mit Handrechen und Schwarber ­zusammengerecht und mit Hilfe von Planen an den Waldweg transportiert. Der Forstbetrieb ist wiederum verantwortlich für den Abtransport der beachtlichen Haufen. Nach der schweren Arbeit geniessen wir den feinen Apéro und die Grillwurst, wie immer vorbereitet von Rosemarie Cornier.

Vogelschutz

Der Schwerpunkt des Jahres war die Förderung der Mehlschwalben. Die Zahlen der Kolonien sind seit Jahren rückläufig, da es den Schwalben zunehmend an Nistmöglichkeiten und Nistmaterial fehlt. Erfolge gab es in Tössriedern zu verzeichnen, wo die neu montierten Nester sofort angenommen wurden. Im Eselgehege des Stadtweihers konnten wir ein Schwalbenhaus mit 50 Kunstnestern aufstellen. Finanziert wurde das Projekt zur Hälfte durch das Sponsoring der Nester. Dank einer Standaktion Mitte Juni beim Rathausbrunnen waren die Nester in kurzer Zeit verkauft. An der Einweihung konnten drei zurückgehaltene Nester zu einem guten Preis versteigert werden. Das letzte Nest war für die Gewinnerin des Wettbewerbes bestimmt. Mit einer Tafel am Eselstall dankt der Verein den Sponsoren. Jetzt warten wir gespannt darauf, die ersten Mehlschwalben begrüssen zu dürfen.    

    Die Kolonie in der Herrenwis wurde mit Hilfe einer Hebebühne saniert und weitere Kunstnester montiert.    

Im Heimgarten brüteten erstmals drei Paare erfolgreich. Wir hoffen, dass sich mit den Jahren an diesem Standort eine neue Kolonie aufbauen kann.

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Nach der verlorenen Brut der Flussregenpfeifer im 2013, kehrten die Altvögel im Frühling wieder auf den Kiesplatz auf dem Glashüttenareal zurück, diesmal mit Erfolg. Von den vier geschlüpften Küken wurde immerhin eines flügge, obwohl ein Turmfalke fleissig über dem Gelände rüttelte. Eine zweite Brut war noch erfolgreicher. Von vier geschlüpften Jungvögeln konnten Mitte Juli noch drei beobachtet werden.

Die Häuser an der Kernstrasse mit den grössten Kolonien von Mauerseglern mussten im Vorjahr einem Neubau weichen. Die zuvor am Frohburgweg und am Schulhaus Hohfuri montierten Nistkästen wurden noch nicht angenommen. Dafür konnten am Kirchturm der reformierten Kirche sieben Bruten gezählt werden. In Tössriedern brütete erstmals ein Paar in den 2011 neu aufgehängten Kästen.

Ehrenmitgliedschaft

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An der GV im März wurde Walter Ettmüller zum Ehrenmitglied ernannt. Der NVB hat Walter Ettmüller viel zu verdanken. Er gab sein grosses Wissen an unzähligen Exkursionen und Vorträgen weiter. Zudem arbeitete er viele Jahre im Vorstand mit, von 2003 bis 2010 als Co Präsident. Danke, Walter.

Dank

Ich möchte mich bei allen bedanken, die sich im vergangenen Jahr für einen nachhaltigen Naturschutz engagiert haben. Ein besonderer Dank gilt der Stadt Bülach für die professionelle Pflege der Biotope und dem Vorstand für die gute Zusammenarbeit und den grossen Einsatz. Herzlichen Dank auch für die vielen unentgeltlichen Leistungen zu Gunsten des NVBülach und für die Allgemeinheit.

Hanni Guyer, Präsidentin

Fotos: Richard Pfister, Esther Bühlmann, Peter Kern, Monique Peters, Claudio Lotti, Thomas Kissling