Jahresbericht 2015

Exkursionen

Über Vernetzung wird viel gesprochen. Die Bülacher Landwirte engagieren sich im Landwirtschaftsgebiet für eine grössere Artenvielfalt und eine bessere Vernetzung der Ökoflächen. Sie darf aber nicht Halt machen am Siedlungsrand. Der SVS startete die Aktion «Blumenreiche Lebensräume und Wildbienen im Siedlungsgebiet». Das Thema ist einer der Schwerpunkte von 2015 und der kommenden Jahre.

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Zu diesem Thema führte uns HR Schudel im Juni durch das Siedlungsgebiet von Rümlang. Mit mehr oder weniger Aufwand können kleine Trittsteine für die Natur geschaffen werden. Nicht immer müssen es spektakuläre Blumenwiesen sein. Auf dem Rundgang schlossen sich auch einige Rümlanger unserer Gruppe an.

Die Maiexkursion ins Niederholz in Mar­thalen zu Biber und Specht führten wir gemeinsam mit den Bachenbülachern durch. Wir organisierten den fachlichen Teil und unsere Nachbarn spendeten die Verpflegung. Die grosse Gruppe wurde aufgeteilt. Mit Laura Walther von der Biberfachstelle wurde nach Spuren der heimlichen Nager gesucht, Christine Nagel und Markus Berset führten uns durch den Eichenwald. Zu Nussgipfel und Getränk trafen sich die Teilnehmenden wieder. Besten Dank an den NVV Bachenbülach.

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Die vegetationsarme Winterzeit ist besonders geeignet zum Beobachten der Wasservögel. Wieder durften wir vom grossen ornithologischen Wissen von Christine ­Nagel und David Galeuchet profitieren. Mit ihnen entdeckten wir eine reiche Vogelwelt am Klingnauer Stausee.

An unseren Exkursionen nahmen 93 Personen teil.

 

Vorträge

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Die beiden Wintervorträge waren gut besucht. Im Januar referierte Laura Walther über den Biber. Unter dem Titel «Biber als Chance und Herausforderung» lernten wir die Lebensweise unseres grössten heimischen Nagers kennen, durften in den dichten Pelz eines Bibers greifen und konnten einen Schädel mit den imposanten Nagezähnen ungefährdet aus der Nähe bestaunen.

Im Mittelpunkt des Novembervortrages stand das Wiesel, ein Raubtier aus der Familie der Marder. Bei uns gibt es drei Arten, Iltis, Hermelin und Mauswiesel, wobei das letzte der kleinste Vertreter der Raubtiere überhaupt ist. Stefan Keller und Livia Haag berichteten, wie wir diese gefährdeten Tiere im Rahmen des Projektes «Wiesellandschaft Schweiz» fördern können.

Wer an der GV teilnehmen konnte, wird den Film von Peter Kern nicht so schnell vergessen. Die Aufnahmen der Schleiereulen im Brutkasten sind spektakulär, der Jöh-Effekt der flauschigen Jungtiere gegeben. Mich beeindruckte vor allem die Menge an Mäusen, die die Eltern in einer Nacht ans Nest schleppen. Leider ist die Population dieser Eulenart in den letzten Jahren stark zurückgegangen.

Unsere Vorträge wurden von 144 Personen besucht.

 

Arbeitseinsätze

Auch in diesem Jahr unterstützten uns bei Arbeitseinsätzen ca. 50 freiwillige Helfer. Um die Jahreswende wurden wiederum diejenigen Waldstücke nach Spechthöhlen abgesucht, in welchen Holzschläge vorgesehen waren. Die für die Fauna wertvollen Höhlenbäume werden bezeichnet und stehen gelassen. Damit erhöht sich das ­Angebot an Nistmöglichkeiten. Meisen­kästen werden in unseren gut strukturierten und naturnahen Wäldern immer weniger nötig sein.

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Im Langgraben
kann der Aufwuchs von Disteln und Goldruten dank den regelmässigen Pflegeeinsätzen in Schach gehalten werden. Dagegen breitet sich das Berufskraut weiter aus. Um den Neophyten vor dem Blühen zu schwächen, war die diesjährige Aktion bereits anfangs Juni angesagt.

Traditionell fand der Bösmösliheuet am letzten Samstag im September statt. Allen Helferinnen und Helfern wurde mit einem feinen Apéro gedankt und anschliessend am Grillfeuer das verdiente Mittagessen genossen.

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Am Umwelttag durften wir mit einem Stand vor Ort sein. Unser Thema galt der Naturförderung im Siedlungsraum. Die Berufswahlschule Bülach hatte während ihrer Projektwoche im Mai Vogelnistkästen und Bienenhotels gezimmert, die wir weiter verkauften. Einfache Bienenhotels konnten Kinder gleich vor Ort bohren. Ein voller Erfolg, die Kinder standen Schlange! Gemäss unserem Leitspruch «Kein Hotel ohne Restaurant» boten wir Wildsträucher und Wildstauden zum Kauf an. Auch auf engem Raum lässt sich ein Futtertopf für Wildbienen schaffen. Wir verteilten Samen­briefchen mit Phacelia und mit ­einer Blühstreifenmischung. Auch Töpfe und Pflanzerde standen bereit.

Auch in diesem Herbst/Winter war die Gruppe der Nistkastenbetreuer zum Reinigen der Nisthilfen unterwegs. Da die häufig vertretenen Arten wie Meisen im Wald genügend Nistmöglichkeiten finden, werden baufällige Kästen nicht mehr in jedem Fall ersetzt. Es macht aber durchaus Sinn, im Siedlungsgebiet Nisthilfen anzubieten. Der Fokus richtet sich auf die gefährdeten Arten. In den letzten Jahren wurden vor allem Kunstnester für Schwalben und Segler, Falken und Eulen neu montiert.

 

Dank

Auf die GV trat Beat Hildebrandt als Vorstandsmitglied zurück. Er war zuständig für die Biotope. Das war sein Reich, hat er doch in seiner Zeit als Förster viele Nass- und Trockenstandorte neu geschaffen oder saniert und kannte deren Beschaffenheit und Ansprüche. Vielen Dank, Beat, für deine Mitarbeit im Vorstand.

Die Verantwortung für die Biotope hat neu Monique Peters und das Aktuariat Martina Stamm übernommen. Auf eine Ersatzwahl wurde verzichtet. Der Vorstand setzt sich somit neu aus sieben Mitgliedern zusammen.

Nik Koller wurde für seine Verdienste zum Ehrenmitglied gewählt. Nik hat während 31 Jahren das Protokoll für den NVB geführt und war immer bereit für zusätzliche Aufgaben. Auch heute noch dürfen wir auf seine Mithilfe bei diversen Arbeitseinsätzen zählen. Vielen Dank, Nik.

Ich möchte mich auch bei allen anderen bedanken, die sich im vergangenen Jahr für einen nachhaltigen Naturschutz engagiert haben. Vielen Dank an die Gruppe der Nistkastenbetreuer für ihren wichtigen Einsatz und den Helferinnen und Helfern, die in den Biotopen unterwegs sind oder uns am Umwelttag unterstützt haben. Ein besonderer Dank gilt der Stadt Bülach für die professionelle Pflege der Biotope und den Vorstandsmitgliedern für die gute Zusammenarbeit und ihren grossen Einsatz.

Hanni Guyer, Präsidentin

Fotos: Filippo Nucifora, Esther Bühlmann, Monique Peters, Thomas Kissling