Jahresbericht 2017

Mit uns unterwegs

entenNachdem die Wintervogelexkursion 2016 an den Untersee buchstäblich ins Wasser gefallen war und abgesagt werden musste, konnte sie Ende Januar nachgeholt werden. Christine Nagel und David ­Galeuchet führten die Teilnehmenden trockenen ­Fusses von Eschenz nach Stein am Rhein. Untersee und Rhein bieten unzähligen Wintergästen ein ideales Überwinterungsgebiet und überraschen immer wieder mit spannenden Vogelbeobachtungen.

Im Wald unterwegs sein hat in jeder Jahreszeit seinen Reiz. Besonders schön ist es im Frühjahr, wenn das zarte Laub den Blick in die Baumkronen noch offen hält. Ein idealer Zeitpunkt für einen Spaziergang mit Beat Hildebrandt auf den Spuren des Mittelspechts. Der angepeilte Vogel liess sich zwar nicht blicken, aber ein Erlebnis war es allemal, den waldbaulichen Erläuterungen des Alt-Försters zu folgen.

Russischer Bär, Pyramideneule und Hausmutter, das sind nur einige unserer heimischen Nachtfalter. Für ZVS/BirdLife Zürich und Schmetterlingsförderungsverein luden Thomas Kissling und Dani Bolt zu einer Abend­exkursion ein. Ausgerüstet mit mehreren Leuchttürmen lockten sie die nachtaktiven Insekten an und erklärten deren Lebensweise.

fledermausexkursionAuch für die Kinder ist eine Aktion in der Abenddämmerung spannend. Ihre Suche nach Fledermäusen bei regnerischem Wetter blieb leider erfolglos, aber die ­Fledermausfachfrau Murièle Jonglez wusste so packend zu erzählen, dass auch dieser Abend ein Erlebnis wurde. Animation: ­Haben Sie schon einmal versucht, im Fliegen, resp. im Rennen zu essen? Fledermäuse müssen das können!

Vorträge

Wenn This Schenkel, Wildhüter von ­Zürich, über Rabenvögel spricht, werden im Zimmer E41 in der Kanti zusätzliche Stühle herbei geschleppt. Nicht nur sein Vortrag faszinierte, sondern auch die lustigen Kurzfilme der intelligenten Vögel. Einer seiner Ratschläge anlässlich der lebhaften Fragerunde: Wollen Sie im Winter Vögel vor Ihrem Fenster beobachten, achten Sie darauf, dass übers ganze Jahr genügend Nahrung zur Verfügung steht. Haben Sie keinen Garten, säen Sie in einem Blumenkistchen anstelle Geranien einheimische, blütenreiche Pflanzen und lassen sie die Samenstände für die Vögel stehen. Können Sie auf ihre Geranien nicht verzichten, dann brauchen Sie eben ein zweites Kistchen.

gelbrandkaeferRainfarnSandbiene
«Phantastische Wasserwelt»
lautete der Titel des Vortrags von Walter Ettmüller an der GV. Phantastisch waren auch seine Fotos und Zeichnungen der «scheinbar unscheinbaren» Kleinlebewesen im Wasser.

Auch unsere Wildbienenarten verdienten mehr Beachtung, sind sie doch wichtig für die Bestäubung und letztendlich für unsere Nahrung. Andreas Müller, Wildbienenspezialist, liess uns im Novembervortrag auch unter die Oberfläche blicken, mitten in ein Brutnest der Zaunrübenbiene.

boesmoesliArbeitseinsätze

Mitglieder packten rund ums Jahr bei Umwelteinsätzen wieder tatkräftig zu. Bereits im Winter werden vor einem Holzschlag Spechthöhlen bezeichnet. Die Aktion «Neophyten bekämpfen» folgte im Juli. Das Resultat: ein ganzer Landwirtschaftskipper Berufskraut aus der Buntbrache von Ueli Kern in der Herenwies und anschliessend ein reichhaltiger Imbiss für die Helferinnen und Helfer. Am Clean up day Anfang September leistete eine Klasse Berufsschüler Frondienst. Dieser galt dem invasiven Geissblatt Henry, einer aus den Gärten ausgewilderten Art, die zunehmend Probleme schafft. Den Abschluss machte wie jedes Jahr der «Bösmösli­heuet» mit dem wohlverdienten gemütlichen Abschluss am Feuer.

Standaktionen

standaktionArtenvielfalt im Siedlungsraum bleibt ein Thema. An unserer Standaktion im April informierten wir die Besucher über den Wert von naturnahen Gärten und Balkonen und gaben Merkblätter ab. Dazu verkauften wir einheimische Wildsträucher, Blütenstauden und Insektennisthilfen.

Ein prächtiger Hochstammbaum der Sorte Berner Rosen war der Blickfang am Stand am Umwelttag. Der eigentliche Hit aber war der Wurmkomposter. Die Hauptakteure, die Würmer, hatten es allerdings mit der Zeit satt, immer wieder ans Tageslicht geholt zu werden und verkrochen sich in ihren Garten- und Küchenabfällen. Schlange standen die Kinder beim Basteln. Mit Petflaschen, Erde und Pflanzen entstanden filigrane Pflanztöpfe, die die Kinder stolz nach Hause trugen.

Dank

Zurzeit ist im Naturhistorischen Museum in Bern die Sonderausstellung «Weltuntergang – Ende ohne Ende» zu sehen. Eine der Aussagen der Ausstellung lautet: Alles wiederholt sich, aber Prozesse, die in der Urzeit Millionen von Jahren dauerten, beschleunigt der Mensch auf wenige Jahrzehnte. Angesichts dieser wissenschaftlich belegten Tatsachen können wir den Kopf resigniert in den Sand stecken oder aber sagen: Jetzt erst recht. Ein verantwortungsvolles Handeln lohnt sich für unsere Nachkommen. Ein ganz grosser Dank an alle, die ihren Teil bereits heute dazu beitragen.

Hanni Guyer

Fotos: Walter Ettmüller, Andreas Müller, Thomas Kissling